|
Wer von sich behauptet, er habe noch nie
Sätze wie "Ich kann nicht mehr!", "Ich mag nicht mehr!", "Am liebsten würd´ ich
einfach alles hin schmeißen und 'abhauen'!" von sich gegeben, ist entweder ein Neugeborenes oder will
nicht zugeben bzw. sich selber eingestehen auch mal schwach zu sein, kraftlos
sein zu dürfen.
Jede/r hat oftmals gute Lust alles einfach hinzuwerfen, seine
Sachen zu packen und ganz weit weg zu gehen - oder gar sein Leben zu beenden;
Letzteres bleibt - zum Glück! - oft reine Theorie.
- Kein Chef, der einem ständig im Nacken sitzt und das Gefühl gibt, dass
alles was man macht nicht seinen eigentlichen
"Erwartungen" entspricht!
-
Kein Partner mehr, der einem seit Tagen (Wochen oder Monaten) auf den Geist
geht, von dem man sich ungeliebt und unver-
standen fühlt, der einen vielleicht sogar betrogen und belogen hat - aber man kommt, warum auch immer, auf die "übliche"
Weise nicht von ihm los!
-
Keine Freunde mehr, die sich nur dann an einen erinnern, wenn sie was benötigen,
aber ansonsten keine Zeit und vor allem
Geduld haben, wenn man selbst jemanden
einfach nur zum Reden, zum sich Ausheulen braucht!
-
Keine ständigen Absagen bei der Jobsuche mehr, obwohl man sich die Finger wund
schreibt, die eigentlich beste Bewerbung
der Welt abgibt!
-
Kein, sich beim Sozial- oder Arbeitsamt mehr anstellen und sich wie der letzte
Versager, der "Abschaum der Menschheit" fühlen
müssen!
-
Keinen Stress mit den Eltern, weil die Note die man für eine Arbeit erhalten
hat, nicht dem "Wunsch" der Eltern entspricht!
-
Kein ewiges Abgewiesen werden mehr, von einem (oder mehreren) Menschen, für die
man mehr empfindet als nur Freundschaft!
-
Kein Außenstehender mehr sein müssen, weil man den durch die Medien vorgegebenen
Schönheitsidealen nicht entspricht!
-
Keine Häme mehr über sich ergehen lassen müssen, weil man (wieder) einen
menschlichen Fehler begangen hat!
-
Kein Dieses, kein Das, kein Jenes, kein Nichts! Einfach nur Ruhe und Frieden!
Warum manche Menschen sich
wünschen, nicht mehr leben zu müssen, werden wir wohl niemals wirklich
verstehen, aber vielleicht wäre man fähig, diese Todessehnsucht
nachzuvollziehen, wenn sie uns von Demjenigen erklärt werden würde. Jedoch: noch
bevor man einen Einblick in diese Menschen gewährt bekommt, ist es zu 99,9% zu
spät und man hat eine/n Nahestande/n ans Jenseits verloren...
Wer seinem Leben ein Ende setzen
möchte, ist kein
"Ich-bring-mich-mal-eben-aus-Spaß/Trotz-um-um-zu-sehen-was-dann-passiert".
Diese Menschen sind verzweifelt und krank! Nicht geistig, nicht körperlich,
sondern seelisch!
Sie wurden
von der Gesellschaft krank
gemacht!
Dabei spielt es keine Rolle, welchen Stand sie in der Gesellschaft haben/hatten:
- Es kann der Jugendliche gewesen
sein, der immer höflich und zuvorkommend war, ein scheinbar guter Schüler und
hilfsbereiter
Freund, überall und von Allen geschätzt und geachtet oder aber
vielleicht auch als der letzte Loser geltend - was
ihn wirklich
bedrückte, hat keiner bemerkt - nicht mal seine Eltern...
-
Oder war es die/der liebevolle und fürsorgliche Mutter/Vater? Nach Außen hin
eine starke Frau/ein starker Mann, die/der es
scheinbar problem- und sorgenlos
verstand, ihre/seine Kinder, den Alltag, den Beruf und noch ein bisschen Zeit
für sich unter
einen Hut zu bringen...
- Oder der Manager, der super erfolgreich die Firma leitete - keine Verluste
schrieb, das Unternehmen zu immer mehr Gewinn
brachte - welchen Preis er dafür wirklich zahlte, interessierte keinen, der muss ja nicht in die
Geschäftsbücher eingetragen
werden...
-
Oder die alte Frau/der alte Mann, die/der seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten
auf einen Anruf von ihrer/seiner Familie
wartet, damit auch sie/er einmal Besuch bekommt, ihre/seine Enkel herzen kann - aber: mit alten Leuten ist ja
"nichts mehr
anzufangen" ...
- Oder bist du, die/der da gerade
diese Zeilen liest möglicherweise die/der Nächste, weil dir als einziger Kontakt
zur Außenwelt
dein PC zur Verfügung steht?
Weil du ein Leiden hast, das dich
daran hindert, am Leben außerhalb von Bits und Bytes teilzu-
nehmen?
Es gab sicher eine Zeit im Leben
derer, die von Todessehnsucht geplagt wurden/werden, die gut war und wirklich
Spaß machte - nur: warum hat es sich gewandelt und vor allem: wo ist sie hin??
Der Großteil suizidgefährdeter Menschen bzw.
diejenigen, die den "letzten Schritt" auch wagen, leidet an Depression!
In diesem Sinne, an Alle die sich wünschen nicht
mehr aufwachen und sich dem Alltag stellen zu müssen:
auch wenn ihr es nicht sehen oder wahrhaben wollt, aber bevor ihr euer
wertvolles Leben "an den Nagel hängt" sucht euch wirkliche Hilfe in Form von
sehr guten Freunden, Fach-Therapeuten, Selbsthilfe-Gruppen oder -Foren und lasst
euch von Niemandem einreden, dass Ihr nicht mehr alle Tassen
im
Schrank habt und euch "halt zusammen reißen" sollt.
Ihr seid es wert beachtet, ernst genommen und geliebt zu werden!
ABER: Ihr müsst es euch und den Anderen
gegenüber auch eingestehen und zugeben, dass eure Seele krank ist und Ihr Hilfe braucht!
Ich weiß, es ist oft leichter gesagt, als getan - dieser Schritt ist vielleicht
schwerer, als "mal eben zu gehen", doch wenn ihr diesen Punkt erreicht habt,
werdet ihr merken, dass das Leben wirklich lebenswert ist.
|